Abschiedsgeschenke für Kollegen, die nicht im Schrank verstauben
Irgendwann geht die Karte rum, jemand sammelt zwanzig Euro pro Nase ein, und am letzten Tag überreicht ihr eine Flasche Wein mit Schleife. Der Kollege lächelt, bedankt sich, alle klatschen. Zwei Wochen später weiß niemand mehr, was drin war. Dabei ist der Abschied der eine Moment, in dem ihr jemandem tatsächlich sagen könnt, was die gemeinsame Zeit wert war.
Ein Abschied, den man behält
Tasse, Shirt oder Hoodie mit dem Spruch, den nur euer Team versteht. Ab Stück eins.
Abschiedsgeschenk jetzt gestaltenWarum so viele Abschiedsgeschenke im Schrank landen
Wein, Gutschein, Blumenstrauß, im besseren Fall ein Buch. Die Klassiker sind nicht schlecht gemeint, sie sind nur austauschbar. Genau das ist das Problem. Wer einen Gutschein bekommt, bekommt etwas, das jeder andere im Haus genauso hätte bekommen können. Der Wert steht drauf, die Beziehung nicht.
Dazu kommt die Sammelmechanik. Sobald zwölf Leute zusammenlegen, wird das Geschenk zum kleinsten gemeinsamen Nenner. Niemand will danebenliegen, also nimmt man das Sichere. Und das Sichere ist fast immer das Beliebige. Am Ende steht die Flasche ungeöffnet im Regal, weil sie an nichts erinnert.
Der Preis ist dabei erstaunlich egal. Ein teures Geschenk, das nichts mit der Person zu tun hat, verstaubt genauso zuverlässig wie ein günstiges. Was hängen bleibt, ist nicht der Betrag, sondern die Wiedererkennung.
Was beim Abschied eigentlich passiert
Der Ethnologe Arnold van Gennep beschrieb 1909 das Modell der Übergangsriten: Menschen durchlaufen im Lauf ihres Lebens Übergänge zwischen zwei Lebensstadien, und diese Übergänge folgen drei Phasen. Erst die Trennung vom Alten, dann eine Schwellenphase, in der man weder hier noch dort ist, schließlich die Angliederung an das Neue. Van Gennep untersuchte damals religiöse und familiäre Übergänge, keine Jobwechsel. Trotzdem beschreibt sein Modell ziemlich genau, was in den letzten zwei Wochen vor einem Wechsel im Büro passiert: Der Kollege ist schon halb weg, die Aufgaben sind übergeben, und alle warten auf den Freitag.
Der Soziologe Marcel Mauss hat sich in seinem 1923/24 erschienenen "Essai sur le don" gefragt, warum Menschen Gaben überhaupt erwidern müssen. Seine Antwort: Wer etwas gibt, gibt einen Teil von sich selbst mit. Geben, Annehmen und Erwidern hängen deshalb zusammen und tragen weit mehr als den reinen Warenwert.
Daraus folgt für den Bürofall eine simple Sache. Ein Geschenk, in dem nichts von euch steckt, kann auch nichts von euch transportieren. Der Gutschein hat keinen Absender. Der Insider-Witz auf einer Tasse hat einen.
Der Fremden-Test
Es gibt einen ziemlich brauchbaren Test, bevor ihr etwas bestellt. Stell dir vor, jemand aus einer völlig anderen Abteilung sieht das Geschenk und versteht den Bezug sofort. Dann ist es zu allgemein. Ein gutes Abschiedsgeschenk funktioniert genau andersherum: Außenstehende zucken mit den Schultern, und die vier Leute aus dem Daily lachen sich weg.
Der Stoff dafür liegt meistens schon rum. Der Satz, den sie in jedem Meeting gesagt hat. Der Tippfehler aus der Präsentation, der es zum Running Gag geschafft hat. Der Kaffeebecher-Krieg in der Teeküche. Das Projekt, das dreimal umbenannt wurde. Solche Sachen schreibt man nicht auf eine Karte, die landet im Papierkorb. Auf ein Shirt schon.
Ein Hinweis dazu, weil es schnell schiefgeht: Der Witz muss den Kollegen feiern, nicht vorführen. Alles, was in Richtung Chef-Kritik, Gehalt oder alte Konflikte geht, wirkt beim Auspacken vor versammelter Mannschaft anders als im Chat. Frag im Zweifel eine Person aus dem Team, die nicht im Sammel-Chat war.
Ideen, die im Büro tatsächlich funktionieren
Die Tasse ist der Klassiker aus gutem Grund. Sie steht im neuen Job auf dem neuen Schreibtisch, und jeder neue Kollege fragt irgendwann, was der Spruch bedeutet. Damit reist eure alte Teamgeschichte mit um.
Ein T-Shirt oder Hoodie mit dem Abteilungs-Insider funktioniert vor allem dann, wenn die Person ins Homeoffice oder in ein lockereres Umfeld wechselt. Ein Hoodie wird getragen, ein Wandbild wird verräumt. Für ein ganzes Team, das gemeinsam verabschiedet, lohnt sich dieselbe Grafik auf mehreren Teilen: einer bekommt das Shirt, der Rest die Tasse, und auf beiden steht dasselbe.
Bei Taschen und Caps gilt dasselbe Prinzip. Entscheidend ist nicht das Produkt, sondern ob der Aufdruck etwas erzählt. Bei Bekleidung schau vor der Bestellung kurz in die Maßtabelle auf der Produktseite, statt die Größe zu schätzen. Ein Abschiedshoodie, der zu klein ist, ist ein sehr kurzer Moment der Rührung und danach ein Problem.
Wenn euch partout kein Insider einfällt, gibt es eine solide zweite Ebene: das Datum. Der Zeitraum der gemeinsamen Zeit auf dem Ärmel, der Projektname, der es nie in eine offizielle Präsentation geschafft hat, oder schlicht der Abteilungsname in einer Schriftart, die jeder aus dem alten Teamlogo kennt. Das ist weniger lustig als ein Running Gag, aber immer noch persönlich. Und persönlich schlägt witzig, wenn es zwischen beidem zu wählen gilt.
Bei diXed gibt es keine Mindestbestellmenge. Ein Stück reicht, produziert wird erst nach deiner Bestellung, gedruckt wird in Deutschland. Für ein Abschiedsgeschenk heißt das: Du brauchst keine zehn Kollegen, die dasselbe wollen.
Timing, Budget und die Übergabe
Der häufigste Fehler ist der Zeitpunkt. Print-on-Demand heißt, dass dein Teil erst nach der Bestellung entsteht, dazu kommt der Versand. Plane deshalb zehn bis vierzehn Tage vor dem letzten Arbeitstag ein, nicht zwei. Wer am Mittwoch bestellt, weil der Kollege am Freitag geht, hat schlecht gerechnet.
Beim Sammeln reicht in den meisten Fällen deutlich weniger Geld als gedacht, weil der Aufwand in der Idee steckt und nicht im Betrag. Nimm lieber ein durchdachtes Teil für fünfzehn Euro als drei beliebige für fünfzig. Und leg das Geld, das übrig bleibt, ins Frühstück am letzten Tag.
Zur Übergabe: nicht zwischen Tür und Angel, nicht per Post an die Privatadresse, wenn es sich vermeiden lässt. Zwei Minuten, in denen jemand sagt, warum genau dieser Spruch drauf ist, machen aus einer Tasse eine Geschichte. Das ist der eigentliche Unterschied zum Wein.
Der letzte Tag kommt schneller, als du denkst
Meistens fällt es dem Team drei Tage vorher ein. Dann bleibt nur noch die Flasche. Wenn du also gerade liest, weil bei euch jemand kündigt: Schreib die zwei, drei Sätze auf, die im Team ständig fallen, und such dir davon den besten aus. Der Rest ist eine Viertelstunde im Customizer.
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Euer Insider auf Tasse, Shirt oder Hoodie. Ohne Mindestmenge, gedruckt in Deutschland.
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